Mit großen Erwartungen startet die erste CLT-Produktion in Finnland

Mit großen Erwartungen startet die erste CLT-Produktion in Finnland

Die bereits lang erwartete Produktion von CLT-Massivholzelementen beginnt in Kuhmo und somit werden die Massivholzplatten erstmals in Finnland hergestellt. Laut Juha Virta, dem Gründer und Geschäftsführer von Crosslam Oy, waren die Erfahrungen mit der europäischen CLT-Produktion sowie die Anwendung der CLT-Platten beim Bauen der Anreiz für diese Produktionsentscheidung.

Die bereits lang erwartete Produktion von CLT-Massivholzelementen beginnt in Kuhmo und somit werden die Massivholzplatten erstmals in Finnland hergestellt. Laut Juha Virta, dem Gründer und Geschäftsführer von Crosslam Oy, waren die Erfahrungen mit der europäischen CLT-Produktion sowie die Anwendung der CLT-Platten beim Bauen der Anreiz für diese Produktionsentscheidung.

„Ich denke, dass es auf dem Markt Nachfrage nach einheimischen Alternativen gibt, da das Bauen mit CLT-Platten im Bereich von mehrgeschossigen Häusern auch in Finnland allmählich bekannt wird“, berichtet Herr Virta. Das Ziel des Unternehmens ist, solche Bauelemente und -teile zu vertreiben, die für die Bauprojekte von Einfamilienhäusern und mehrgeschossigen Häusern bis hin zu öffentlichen Gebäuden verwendet werden.

„Als erster finnischer Hersteller von CLT-Platten sehen wir uns als ein „Schneepflug“ und die Wurzeln unserer Produktion liegen in den Wäldern von Kainuu-Region. Wir verwenden ausschließlich zertifizierte, langsam wachsende und qualitative Kiefer und Fichte aus Kainuu, da die Herkunft des Holzes auf dem Exportmarkt eine wichtige Rolle spielt“, so Herr Virta.

Juha Virta geht davon aus, dass die Wettbewerbsfähigkeit der CLT-Bauweise auf Flexibilität und Schnelligkeit beruht, was wiederum eine gute Logistik und Beherrschung von Details voraussetzt: „CLT-Massivholzelemente bieten eine fertige Lösung für Konstruktionen und sichtbare Oberflächen. Die auf das psychische und physische Wohlbefinden beruhenden Faktoren sind ein großer Mehrwert für den Holzbau, da die Holzhäuser dicht, frei von Feuchtigkeit und ökologisch sind. Die Bewohner von Holzhäusern empfinden, dass die Holzhäuser ein behagliches Raumklima schaffen und dass die Innenraumluft gesund ist“, beschreibt der Gründer von Crosslam Oy.

Juha Virta glaubt, dass viele europäische Unternehmen den Imagevorteil des Holzbaus nutzen, und berichtet: „Viele internationale Ladenketten haben Holz gewählt, da sie glauben, dass Holz die ökobewussten Kunden anspricht.“

Trockene Bauweise mit CLT

Der Chief Operating Officer von Crosslam Oy, Jyrki Moilanen, weist darauf hin, dass das Bauen mit CLT-Elementen eine trockene Bauweise ist. Die Komponenten von Crosslam Oy werden nach Maß hergestellt: „In den Platten werden Öffnungen für die Türen und Fenster angefertigt sowie fertige Stellen für Heizungs-, Wasser-, Klima- und Elektroinstallationen gefräst. Ausschlaggebend ist, in welcher Form unsere Produkte zur Baustelle geliefert werden. Da der Bauherr einen Zwischenschritt für die Bearbeitung von CLT-Elementen benötigt, arbeiten wir mit Fertig- und Elementhausherstellern zusammen. CLT-Elemente bilden die tragende Konstruktion des Gebäudes und die danach folgenden Oberflächenarbeiten werden im Werk vorgefertigt oder vor Ort durchgeführt.“

Laut Moilanen ist ein CLT-Element ein Fertigprodukt, das präzises Bauen ermöglicht. „Wenn die Elemente an die Baustelle geliefert werden, sind sie trocken, da sie im Werk gebaut und geladen werden“, so Herr Moilanen.

Das Ziel von Crosslam Oy ist bis Ende des Jahres 1.000 m³ d. h. 10.000 m² fertige Elementplatten pro Monat herzustellen. Dies entspräche ca. zwei mehrgeschossigen Häusern mit jeweils 15 Wohnungen. Die Stärke der herzustellenden Elementplatten beträgt zwischen 60 und 400 mm. Die CLT-Produktion in ganz Europa liegt bei über 500.000 m³ pro Jahr.

Die Exportmärkte der Modulhäuser als Ziel

Der Architekt Marco Casagrande hat aus den CLT-Massivholzelementen 6x6x6 m große, würfelförmige Module für die asiatischen Märkte entworfen. Es ist geplant, dass diese sog. Paracity-Modulhäuser in den nächsten Jahren in Taiwan, Japan und Indonesien sowie für den Wiederaufbau in den Katastrophengebieten und in den Elendsvierteln der bevölkerungsreichen Städten gebaut werden.

„Ein Modulhaus mit Holzkonstruktion ist dafür gemacht, Naturkatastrophen wie z. B. Überschwemmungen, Erdbeben und Brände auszuhalten“, beschreibt Herr Casagrande.  Das Paracity-Modulhaus kann zukünftig eine schnelle Lösung für den Wiederaufbau in Katastrophengebieten sein. Auch für den Wohnungsbau in den Elendsvierteln der Millionenstädte könnte diese Bauweise eine Lösung sein, da die Elemente in Längs- und Höhenrichtung kombiniert werden können und dadurch komplette Stadtteile gebaut werden können. Zudem erlaubt die Lösung auch den Bau anderer Infrastrukturen zwischen den Modulen. 

Zunächst ist das Ziel, Paracity-Häuser im taiwanischen Taipei auf den überschwemmungsgefährdeten Inseln, in Japan im nördlich von Fukushima gelegenen Tsunami-Gebiet sowie in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zu bauen. Die Gemeinsamkeit dieser Regionen sind Naturkatastrophen sowie der Bedarf, schnell Wohnungen für die Stadtbewohner zu errichten.

Falls dieses Vorhaben umgesetzt wird, wäre das Paracity-Haus in Taipei das größte Holzgebäude der Welt. Die Verhandlungen sind bereits so weit fortgeschritten, dass die Produktion für das nächste Jahr geplant ist. „Zuerst werden 200 bis 400 m³ gebaut und in Zukunft kann die Stadt leicht vergrößert werden“, berichtet Architekt Casagrande.

Laut Marco Casagrande repräsentieren die Massivholzelemente eine ökologische und nachhaltige Bauweise der Zukunft, bei der auch die Energie- und Abfallversorgung mitberücksichtigt wurden. Bei den Endprodukten sind die Herkunft des Holzes sowie die Nachweisbarkeit der Herkunft in den asiatischen Märkten wichtig.

„Obwohl wir für die Konstruktionen aus Modulen noch keinen Export betreiben, sehen wir bei dieser interessanten Produktinnovation hier gute Möglichkeiten. Sobald wir hiermit Fortschritte machen, sind wir schnell in der Lage, technische Entwicklungsarbeit zu leisten und Pilotprojekte durchzuführen“, berichtet Jyrki Moilanen.

 

Artikkelipalvelu Markku Laukkanen

Mehr Informationen:

Juha Virta, +358-40-1486550, juha.virta@crosslam.fi
Jyrki Moilanen, +358-44-7759603, jyrki.moilanen@crosslam.fi
Marco Casagrande, +358-50-3089 166, marco@paracity.fi